Verein zur Förderung des inter-religiösen und inter-kulturellen Dialogs

 

Herzlich willkommen

 

 

 

In Gedenken an Angelika Schulz

 

‚Sei Du die Veränderung, die du dir für die Welt wünscht` (M. Gandhi)

 

 

Ich habe Angelika 2015 kennengelernt, als ich in das damalige ‚Weltkloster‘ kam, um als ansässige Nonne am interreligiösen Dialog teilzunehmen. Es war eine Zeit der Veränderung, des Wandels, in der ich die bisher dort wohnenden Nonnen ablösen und neue Impulse und Begegnungen initiieren sollte.
Angelika war an diesem von Küngs Vision eines Weltethos ausgehenden Projekts, von Anfang an beteiligt gewesen, hatte tiefe Bande geknüpft und bedauerte wie so viele, die Verabschiedung der beiden christlichen Nonnen. Mit dieser neuen, buddhistischen Nonne, konnte sie erstmal nicht allzu viel anfangen. Doch wir sind uns im Laufe der Jahre näher gekommen, vor allem über die gemeinsame Friedensarbeit.
2019 gründete ich mit vielen Unterstützern und Befürworterinnen den Verein Gelebter Dialog im alten Kloster, um die Dialog Arbeit vor Ort fortzuführen, da der Weltkloster Verein nicht mehr in Radolfzell tätig war. Das geschah auch mit Angelikas Zustimmung. Es gelang uns die Räumlichkeiten zu sichern und so konnte auch sie ihre Kurse und ihr Engagement für den Frieden weiterhin im alten Kloster ausüben. Ihr Reich war der Raum der Stille – ein Raum der für sie ‚heilig‘  und mit Ehrfurcht zu betreten war. Dort bot sie Kontemplation nach via Intergralis an, das Laudes Gebet und das monatliche Friedensgebet. Als der Krieg in Syrien tobte, kam noch eine Mahnwache hinzu, die erst von Peter Geiger initiiert, später dann von Angelika und mir übernommen wurde. Als wir uns wegen Corona Bestimmungen nicht mehr im Raum der Stille treffen konnten, haben wir Zuflucht im Münster gefunden – und es wurden damals ganz speziell die Hausherrenglocken zur Mahnwache geläutet.
Neue Kriege sind hinzugekommen und die Mahnwache wurde ein beständiger Teil des Friedensgebetes, für alle durch Krieg und Gewalt leidenden Wesen.
Gemeinsam haben wir auch an den Friedenstagen der Stadt Radolfzell teilgenommen – haben gemeinsam für den Frieden meditiert und gesungen.
Sie ist im Quilt für den Frieden zur Interkulturellen Woche 2025 mit einem Stück Stoff dabei und zuallerletzt hat sie sich mit am Bürgerprojekt engagiert, einen Friedensbaum in Radolfzell zu pflanzen.
Das obige Zitat von Gandhi drückt die zentrale Botschaft aus, die Angelika mit ihrer Friedensarbeit vermitteln wollte – es fängt bei uns an. Am 16.12.2025 hat sie sich mit ihrer äußeren Form von dieser Welt verabschiedet. Ihr geistiges Vermächtnis wirkt weiter – im Raum der Stille, den sie mit der Kraft ihrer Meditationen geprägt hat, eingewoben im Quilt der für die vielfältige Gemeinschaft in Radolfzell steht, im Friedensbaum, der das Leben symbolisiert und im Friedensgebet, das weitergeführt wird – auch in Erinnerung an Angelika, die mit ihren Impulsen und ihrem Engagement viele Menschen berührt hat.  Noch immer hören wir auf die Glocken des Münsters (auch wenn es jetzt die ganz Gewöhnlichen sind), die uns weiterhin ermahnen, dass Frieden bei uns anfängt.
Möge Angelika im Frieden ruhen, Friede sein, den sie sich für die Welt gewünscht hat.

 

 

 

Tsunma Jinpa (Jutta Gassner)
Vorsitzende und spirituelle Leiterin
Gelebter Dialog im alten Kloster
03.01.2026

 

 

 

 

Friedensquilt 

für die interkulturelle Woche 2025 

 

 

 

 

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