Impulse aus der A.I.D. Gruppe zu

 

Unbestimmtheit – Unfassbarkeit (24.04.2026) 

 

 

Unfassbarkeit im Sinne von etwas Schrecklichem, oder im Sinne von etwas Außergewöhnlichem – beides ist in der Vergangenheit angesiedelt.
Unbestimmtheit bezieht sich jedoch eher auf die Zukunft (und ist oft mit Angst besetzt).
Beides kann aber auch die Bedeutung von Unklarheit, bzw. Undefinierbaren, nicht Beschreibbaren haben.

 

Alle Weltreligionen beschäftigen sich mit dem Nicht-Fassbaren  - die ‚letztendlichen Dinge‘, die Essenz, das Wesentliche ohne Form und Merkmale, was nicht durch Worte oder Konzepte zu erfassen ist. Negative Mystik, der leere offene Raum…..

 

Spirituelle Reife zeigt sich u.a. darin, wie wir mit der Unbestimmtheit, dem Nicht-Wissen, der Nicht-Fassbarkeit umgehen.

 

Tsunma Jinpa
27.05.2026

 

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Arbeitskreis Interreligöser Dialog (A.I.D.) in Radolfzell
Der Arbeitskreis besteht aus verschiedenen Vertreter:innen religiöser Gemeinschaften, Traditionen, Weltanschauungen und der Philosophie. Wir treffen uns in regelmäßigen Abständen, um uns über ein bestimmtes, vorher gewähltes Thema, auszutauschen. Dazu bringen wir Texte aus unseren Traditionen, die wir teilen – auch unter dem Aspekt, warum wir sie gewählt haben, warum sie uns wichtig sind. Dabei ist das Zuhören, voneinander Lernen-Wollen, die Freude am Anderen, genauso wichtig wie Respekt und Akzeptanz.

 

Die Texte die aus diesen Treffen entstehen, sind eine Zusammenfassung der Beiträge und Impulse der jeweils Anwesenden. Sie stellen keine persönliche Meinung einer einzelnen Person dar. Beitritt auf Anfrage, Empfehlung oder Einladung – [email protected].

 

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Impulse aus dem Arbeitskreis interreligioser Dialog

 

 

Einsicht und Umsetzung  (01.08.2025) 

 

Einsicht führt nicht unbedingt zur Umsetzung, zum Handeln.
Einsicht kann nicht weitergegeben werden.
Einsicht beruht auf Erfahrung.
Das Prinzip der kleinen Schritte, führt zur allmählichen Vertiefung der Einsicht. Es ist ein Prozess.

 

 

Im Koran werden verschiedene Ebenen der Erfahrung, bzw. Erkenntnis aufgeführt:
durch hören – wir hören von dem Feuer
durch sehen – wir sehen den Rauch des Feuers
durch spüren –
wir spüren das Licht, die Wärme des Feuers
letztendlich erfahren wir uns als nicht mehr getrennt, werden wir eins mit dem Licht.

 

 

Hindernisse zur Umsetzung hängen mit fehlender, nicht genügender oder falscher Einsicht zusammen.
Im Buddhismus ist „rechte Einsicht“  ein tiefes Verständnis der wahren Natur der Realität, insbesondere der Vergänglichkeit aller Dinge, der Verbundenheit aller Existenzen und der Erkenntnis, dass es kein Selbst gibt.
Wahre Einsicht schafft Klarheit und ein Erkennen der Zusammenhänge, was wiederum der Umsetzung dient. Dabei ist die Motivation, bzw. Absicht ein wichtiger Faktor. Je klarer, reiner (im Sinne von nicht getrübt durch Geistesgifte, wie Hass, Gier und Verblendung), desto klarer, reiner das Handeln.

 

 

Eine gewisse Neugierde ist zur Einsicht von Nöten – und wirkt dem Nicht-Wissen-Wollen, der Ignoranz entgegen.  Durch unsere Tätigkeit, unser Handeln erwerben wir Erkenntnis und Einsicht im Weltlichen.  Im Spirituellen ist es die Innenschau, die Meditation, die Reflektion, die eine Vertiefung  von Einsicht ermöglicht.  Auch die Erfahrung von Schmerz und Leiden ermöglicht uns, die Ursachen von Leiden zu erkennen und unsere Geisteshaltung dazu, zu transformieren.
Es geht nicht um die Vermeidung von Leiden per se, denn gerade dadurch, erfahren wir unsere geteilte Menschlichkeit – und können Mitgefühl entwickeln – und auch dadurch ins Handeln kommen.
"Alles Glück dieser Welt entsteht aus dem Wunsch, dass andere glücklich sein mögen."
Shantideva

 

 

Es gibt Strukturen, die der Umsetzung von Einsicht entweder hinderlich oder förderlich sind.
Zu letzteren zählen alle gesellschaftlichen Formen, die uns zur Teilhabe ermutigen, uns ermächtigen und eine gewisse Freiheit der Entscheidung ermöglichen.

 

Tsunma Jinpa
04.08.2025

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Zusammenfassung – Gabe und Aufgabe

 

Sind Gaben etwas, was man bei seiner Geburt mitbekommt (ob genetisch, karmisch bedingt, oder vom Hl. Geist gegeben) – und die man den Umständen entsprechend weiterentwickelt?

 

Nach Gerhard Roth (deutscher Philosoph und Hirnforscher) sind etwa 30% unserer Intelligenz vererbt  und können, wenn gefördert, zwischen 85% und 115% erreichen.

 

Aus buddhistischer Sicht könnte man sagen, dass alle unsere Fähigkeiten als Potenzial/als Samen in unserem Bewusstseinsstrom angelegt sind. Ob sie zur Reife kommen, hängt von inneren karmischen Bedingungen und den äußeren  Umständen ab.

 

Im Christlichen finden wir das Gleichnis der anvertrauten Talente. Es weist darauf hin, dass wir unsere Talente anwenden müssen, damit sie Früchte tragen. Fähigkeiten können im Positiven, wie auch im Negativen angewendet werden. Darin liegt unsere Aufgabe und Verantwortung. Ich kann meine Gaben missbrauchen, indem ich sie nutze um mich zu bereichern und anderen zu schaden, oder ich kann sie zum Wohle aller Wesen einsetzen, um der Menschheit und der Welt dienlich zu sein.

 

Viktor Frankl (Neurologe und Psychiater): ‚Nimm das was geschieht als Aufgabe an‘. Alles was uns widerfährt, kann als Gelegenheit gesehen werden, unsere Fähigkeiten zu entwickeln. Selbst Hindernisse können mit auf den Übungsweg genommen werden (wie es im Buddhistischen heißt).
So kann eine Aufgabe von außen an uns herangetragen werden (auch als Auftrag), oder sie kann sich aus unseren Anlagen heraus entfalten, bis hin zum Wunsch, alles zu geben - was wir Hingabe nennen können. Oder wie es in einem Buchtitel von Br. David Steindl-Rast heißt: ‚Und ich mag mich nicht bewahren‘. Indem ich nichts zurückhalte kann ich erfahren, dass wenn ich gebe, mir gegeben wird.
Auch in unsrem Sein liegt eine Gabe (nicht nur in unsrem Tun), wie es vielleicht in der Geschichte von Maria und Martha (aus der Bibel) zum Ausdruck kommt.

Tsunma Jinpa  04.08.24

 

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Impulse aus der A.I.D. Gruppe zu
Reinheit und Klarheit 

 

 

Wasser steht in vielen Religionen und Kulturen als Symbol der Reinheit und dient der Reinigung – zur Körperlichen wie auch Spirituellen.  Man denke an das lebendige Wasser zur Reinigung in der Mizwa, die rituellen Waschungen mit reinem Wasser vor dem Gebet im Islam, das Taufwasser, das im Christentum von Sünden reinigt, das Eintauchen in Heilige Flüsse zur Reinigung im Hinduismus und das gesegnete Wasser das im Buddhismus vor größeren Ritualen verwendet wird, um innere Geisteszustände zu reinigen – um nur ein paar Beispiele zu nennen.
Wasser als Urelement, als Quelle des Lebens oder als Strom des Lebens, den es zu überqueren gilt, um ans andere Ufer zu gelangen, nämlich zur Befreiung.
Dass rein nicht immer mit sauber gleichzusetzen ist, kann man an einem der heiligsten Flüsse Indiens, dem Ganges, sehen. Ebenso gibt es Yoga Traditionen die sich über konventionelle Begrifflichkeiten der Reinheit hinwegsetzen, um die Reinheit des Geistes zu üben – ein Geist der nicht in dualistischen Konzepten wie rein/unrein gefangen ist. Eine Reinheit, die frei ist von Geistestrübungen und unheilsamen Emotionen.
Wenn Handlungen der Reinigung und das Einhalten von Regeln nur auf der äußeren Ebene vorgenommen und nicht auch im Geiste vollzogen werden, wird es kaum zu keiner spirituellen Wandlung führen. Eine Reinigung auf spiritueller Ebene führt zu einer Läuterung – wie lauteres Gold, aus dem alles Unwesentliche entfernt wurde.
‚Nicht was in ihn hineingeht, sondern was aus seinem Munde kommt, ist rein oder unrein‘, soll Jesus gesagt haben.
Was für rein gehalten wird hat oft mit kulturellen Konventionen zu tun, die auch in den Religionen zum Ausdruck kommen – wie z.B. in den verschiedenen Essensvorschriften. Ebenso auch das Unreine, die Unreinen, die Unberührbaren - zu denen immer  noch menstruierende und gebärende Frauen zählen. So kann Reinheit/Unreinheit auch zu einem Politikum werden und ein Werkzeug der Macht.

 

Klarheit ist hingegen weniger instrumentalisierbar. Klare Sicht durchschaut die Manipulationen und die Trübungen des Geistes – ist frei von Verunreinigungen. Klarheit hat mit Einfachheit und dem Wesentlichen zu tun. Klarheit ist nicht über immer mehr Fakten und Informationen zu erreichen, sondern in der Stille zu finden. Klarheit stellt sich ein, wenn die aufgewühlten Gedanken und Gefühle zur Ruhe gekommen sind und man die Dinge sieht wie sie sind. Durch die Innenschau kommt der Durchblick.

 

Tsunma Jinpa

01.02.2025

 

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Impulse aus der A.I.D. Gruppe zu
Gebet – Andacht - Kontemplation 

 

 

Das Gebet – wortreich und ausgeschmückt, oder reduziert auf seine Essenz – ‚der Vater weiß was dir fehlt‘  - z.B.  das Vater Unser aus dem Lukas Evangelium.
Gebet kann eine Zwiesprache sein, die oft mit einer Bitte einhergeht
beten – bitten – Gebet – gebeten 
Während bitten aus einem Mangel kommt, schöpft die Danksagung aus der Fülle, oder zumindest aus der Zufriedenheit.
Wir beten/bitten oft aus einer Hilflosigkeit heraus – und wir hoffen zu empfangen. Aber auch das beten selbst, hat eine beruhigende Kraft.
Auch im Sinne von ‚ich bete wie ein Kind‘, mit Hingabe und Vertrauen, dass ich mit dem ‚Vater‘ sprechen kann und er mich hört. Wobei in vielen Traditionen diese göttliche Instanz auch in uns selbst gesehen wird.
Wir können für uns selbst beten oder den Rahmen weiter stecken – ‚mögen alle Wesen glücklich sein‘ (buddhistisch). Dann liegt eine Art der Befreiung, des Trostes, schon darin, dass die ‚Ich-bezogenheit‘ geringer wird.

 

Das persönliche Gebet und das gemeinsam gesprochene Gebet – manchmal mit einem Vorbeter, wie in der Moschee. Auch Gebete die für andere gesprochen werden und oft standarisiert sind - Fürbitten oder Wunschgebete.
Gebet hat auch etwas mit geben zu tun - Lobpreis und Huldigung.

 

Gebete, die durch ihre Wiederholung verstärkt werden – das Rosenkranzgebet, die Mantra Rezitationen.
Eine Gebetsmühle (buddhistisch) multipliziert die Rezitationen und schickt sie in die Welt.

 

Ursprünge des Gebetes im magischen Denken – durch Rituale eine Verbindung mit der nicht-alltäglichen Welt und ihre Wesen herzustellen, sie durch Gebete und Opfergaben wohlwollend zu stimmen und um Segnungen und Weihungen im alltäglichen Leben zu bitten. Oft durch Stellvertreter, die einen direkten Zugang zur ‚anderen‘ Welt haben.

 

Eine Form des Betens ist die Klage – nicht gehört, nicht abgeholt zu werden. ‚Herr, sprich nur ein Wort und ich werde gesunden‘. Die Klage Lieder in den christlichen Psalmen.

 

Rumi: das Gebet hat viele Formen, aber nur ein Ziel.
Die 5 Gebete des Islam – eine der 5 Säulen des Islam.

 

In der Stille zu verweilen, ist eine Form des Gebetes, in der sich alle Religionen und Traditionen wiederfinden und zusammenfinden können. Das stille Innehalten ist für das gemeinsame, wie auch das persönliche Gebete geeignet.

 

Andacht – ist meist etwas, das in der Gemeinschaft praktiziert wird - mit  vorgegebenen Texten und Ritualen – und in einem dafür vorgesehen Ort (Kirche, Moschee, Tempel usw.).

 

Die Kontemplation ist eine sehr persönliche Betrachtung, die Vertiefung einer Wahrnehmung, eines Impulses, in einer Art von Meditation.

 

In vielen Traditionen haben wir die Verneigung, bzw. Prostation beim Gebet – wir neigen uns zur Erde, oder berühren sie mit unserer Stirn, unseren Händen, unseren Knien. Hierzu ein Impuls aus dem Islam: ‚die Erde ist die Quelle unserer Existenz – wir kommen von Gott und gehen zurück zu Gott‘.

 

Wir können uns überlegen, vor wem oder was verneigen wir uns – es ist eine Geste der Demut, eine Bereitschaft sich hinzugeben, Ehrfurcht und Respekt zu zeigen. Wie geht es uns damit?

 

Tsunma Jinpa
30.09.2024

 

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Gewissen und Verantwortung  (AID-Treffen 24.11.2023) - Zusammenfassung

 

Das Wort Gewissen beinhaltet das Wissen und gewiss sowie gewissenhaft, lassen sich daraus ableiten.
So kann man die Verantwortung vielleicht darin sehen, dass wir gewissenhaft nach Wissen und Gewissen handeln.

 

Was sollte dieses Wissen beinhalten? Es scheint wichtig zu sein, über die Gesetzmäßigkeiten und ethischen Werte der Gemeinschaft in der wir leben Bescheid zu wissen, um Verantwortung übernehmen zu können.
Gleichzeitig sollten wir aber auch erkennen, was unsere inneren Werte sind – eine innere Instanz (innere Stimme, Intuition, göttliche Stimme in uns), die unser Gewissen beeinflusst und uns eine Richtschnur bietet, um zwischen ‚Gut und Böse‘ zu unterscheiden, bzw. um heilsam oder unheilsam zu handeln, verantwortlich oder unverantwortlich zu sein.

 

Thomas von Aquin geht von einem Ur-Gewissen aus, die göttliche Stimme als gegebene, natürliche Anlage in uns. Dem steht ein Situations-Gewissen gegenüber, das sich an den Normen der Kulturen orientiert (oft auch das kleinere Übel wählt). Dieses muss sich entwickeln, muss reifen, um zu einem verantwortlichen Handeln zu führen.

 

Im Buddhismus wird der Begriff Karma verwendet – die Handlung und die Frucht der Handlung. Hier sollten wir uns über die Folgen unseres Handelns bewusst sein – nämlich, dass Unheilsames zu Leid führt (für uns selbst und andere). Deshalb liegt die Verantwortung darin, positiv zu wirken und so wenig wie möglich Schaden anzurichten. Zugrunde liegt hier auch die Gesetzmäßigkeit des bedingten, abhängigen Entstehens – dass alles miteinander verbunden und voneinander abhängig ist. Tue ich Gutes für andere, tue ich auch Gutes für mich.

 

Die Motivation spielt dabei eine wichtige Rolle. Oft wird unser Handeln durch Angst bestimmt – Angst vor den Konsequenzen unseres Handelns (Repressalien, Exklusion usw.) – nicht durch Mitgefühl, Wohlwollen und Solidarität.  Anstatt die Konsequenzen anzunehmen und zu ertragen (für das Gemeinwohl, z.B. im Falle der Whistleblower), geben wir die Verantwortung ab (unterdrücken unser Gewissen), an Authoritäten (Institutionen, Prinzipien, Heilige Schriften usw.) – wir begeben uns in eine Art Infantilisierung, in die Verleugnung oder in eine Art Selbstverwirklichung, die zwar die Freiheit (alles zu tun, oder zu lassen), aber keine Verantwortung übernehmen will.
Gegenmittel dazu sind die Begegnung, die Beziehungen, die man pflegt, der Dialog und auch die Fernsten-Liebe (nicht nur die Nächsten-Liebe), um mit Hans Jonas zu sprechen.

 

Anbei noch zwei Auszüge, die diese Aspekte weiter beleuchten.
Der ökologische Imperativ, aus Hans Jonas "Das Prinzip Verantwortung":
"Handle so, dass die Wirkung deiner Handlungen verträglich ist mit der Permanenz echten menschlichen Lebens auf Erden“.

 

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Geschichten zum Glück bei unserem letzten A.I.D.- Treffen am 01.09.2023

 

 

Das Glück ist nicht so einfach zu bestimmen oder zu erfassen und es hat viele Facetten – Dankbarkeit, Zufriedenheit, Akzeptanz, Erfüllung, Heiterkeit, Berührbarkeit/Mitgefühl, um nur ein paar zu benennen, die in unserem Austausch erwähnt wurden.
S.H. der Dalai Lama spricht von 2 Ursachen für Glück: äußere Ursachen, z.B. Menschen, Dinge, Umstände, die uns beglücken, die allerdings von unbeständiger Natur sind. Es ist ein Glück, das nicht von Dauer ist. Natürlich können wir uns auch an diesem Glück erfreuen und es nimmt zu, wenn wir es teilen.
Innere Ursachen für Glück haben mit einer geistigen Entwicklung und Einstellung zu tun, die weitgehend unabhängig von äußeren Umständen und daher auch von einer beständigeren Natur ist.
So schreibt Rosa Luxemburg in einem ihrer Briefe aus dem Gefängnis an Sonia Liebknecht, trotz aller widrigen Umstände: ‚…  und dabei klopft mein Herz von einer unbegreiflichen, unbekannten inneren Freude …. Wie wenn ich irgendein zauberhaftes Geheimnis wüsste, das alles Böse und Traurige Lügen straft und in lauter Helligkeit und Glück wandelt. … Ich glaube, das Geheimnis ist nichts anderes als das Leben selbst; …‘ So kann sich dieses tiefe, innere Glück auch in den dunkelsten Zeiten erschließen, als Essenz des Lebens selbst. Auch für Dietrich Bonhoeffer scheint dies der Fall gewesen zu sein.
Wenn wir immer nur nach den lichthaften Seiten des Lebens trachten, immer nur dort wo es hell ist nach dem Glück suchen, bleiben wir an der Oberfläche unser Gewohnheitsmuster haften, dem Streben nach Befriedigung unserer Sinne. Wir müssen uns auch der Dunkelheit und unseren Ängste stellen – oft liegt der Schlüssel zum Glück im Verborgenen (wie es in einer Geschichte von Paul Watzlawick, Anleitung zum Unglücklichsein, steht).
Der Prophet Mohammed spricht davon, dass das Glück in der Beziehung zu noblen und liebevollen Menschen zu finden ist. Alle menschlichen Wesen sind ein Körper – wenn ein Wesen leidet, leiden alle.
Die Gemeinsamkeit aller Wesen besteht darin, dass sie glücklich sein wollen. Wer das Glück nur für sich selbst sucht, wird es nicht finden. Wer aber Ursachen zum Glück für andere schafft, den wird das Glück finden (so die Geschichte mit den Luftballons). Mitfreude ist doppelte Freude, und geteiltes Leid ist halbes Leid.
Im Neuen Testament ist das Wort Glück nicht zu finden. Die Glückseligkeit wird in das Jenseits verschoben. Selig sind die Sanftmütigen, die Barmherzigen, die Frieden stiften, die Armen im Geiste – aber glücklich? Vielleicht könnte man den Segen Gottes als Glück bezeichnen – oder wie bei den Mystikern, die Verzückung Gott zu schauen.
Sich ganz dem Augenblick hinzugeben, loszulassen, anzunehmen was das Leben bringt, ist der Leitfaden, in der Geschichte Hans im Glück. Sein materielles Glück wir immer weniger, doch Hans bleibt ganz im Glück und ist letztendlich von aller Last befreit. Ein Narr oder ein Weiser?
Auch in der letzten Geschichte (Tara die Retterin) geht es um eine Hingabe, wenn auch durch äußere Umstände bedingt, die eine geistige Richtungsänderung bewirkt – weg vom Stolz es besser zu wissen, im Besitz der einzigen Wahrheit zu sein. Wir müssen uns frei machen von festgefahrenen Überzeugungen und Konzepten, um offen zu sein für das Glück.

 

Mögen alle Wesen glücklich sein und die Ursachen für Glück erfahren!

 

Tsunma Jinpa
01.09.2023

 

 

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Selbstbestimmung-Fremdbestimmung Zusammenfassung

 

Wie weit können wir selbst bestimmen, was liegt in unserem Möglichkeits-Machbarkeitsbereich?
Sicher wird unsere Entscheidungsfähigkeit durch unsere Prägungen und Umstände/Bedingungen eingeschränkt.
So ‚wollen wir das Gute tun und tun doch das Böse‘, wie Paulus sagt. Kann man wollen was man soll, kann man überhaupt das Wollen wollen?  Hat Schopenhauer Recht, wenn er schrieb, ‚Der Mensch kann zwar tun was er will. Er kann aber nicht wollen was er will‘?

 

Das Wollen liegt in einem Spannungsfeld zwischen dem Gemeinwohl und dem eigenen Wohl, zwischen einem Höheren (Gottes) Willen und dem persönlichen Willen.
Folgen wir einem Weg, der bereits für uns vorbestimmt ist (durch Schicksal oder Gottes Wille) und brauchen wir nur den Mut ihn zu gehen – nicht mein Wille, sondern dein Wille geschehe?

 

Gibt es den Freien Willen? In der Selbstbestimmung tragen wir die Verantwortung, gehen das Risiko der Fehlbarkeit ein. ‚Sündige tapfer, glaube aber noch tapferer an Gottes Gnade‘.
Es ist wichtig ehrlich zu sich selbst und andere zu sein und die eigenen Werte zu leben. Sind unsere Taten nicht alle ‚Stationen auf dem Weg der Freiheit‘ (Bonhöfer)

 

Haben wir die Wahl, unsere Handlungen in eine bestimmte Richtung zu lenken (heilsam oder unheilsam)? Wir handeln aus karmischen Tendenzen heraus, die wiederum Wirkungen hervorbringen werden – basierend auf früheren Ursachen.

 

Vielleicht geht es ja um eine Ausrichtung, wobei jeder Schritt ausgelotet und alles Mögliche getan werden muss.

 

Tsunma Jinpa
03.03.2023

 

 

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Zusammenfassung – AID Treffen zu Sterben Tod und Wiedergeburt

 

„Lebe, wie Du, wenn Du stirbst, wünschen wirst, gelebt zu haben“.
Christian Fürchtegott Gellert

 

Dieses Zitat fasst vieles zusammen, worum es in unserem Austausch zum Thema ging. Dass wie wir leben, sehr viel damit zu tun hat, wie wir sterben – und auch mit dem Danach. So zu leben, dass wir nichts bereuen müssen, versöhnt zu sein mit sich und anderen, das Unerledigte erledigt zu haben, all das ist wichtig um loslassen zu können – sei es materielle oder geistige Dinge.
Es kann geübt werden. So antwortete der Dalai Lama einmal auf die Frage, was er denn so jeden Tag mache, ‚ich bereite mich auf den Tod vor‘.

 

Gibt es etwa auch ein Art ‚Auferstehung‘ oder Wiedergeburt in diesem Leben? Eine Art Sinneswandel, eine Bewusstseinsänderung? Eine Stelle aus dem Neuen Testament scheint darauf hinzudeuten. In Joh3 heißt es, dass Jesus zu dem Ratsherrn Nikodemus sagte: „Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht wiedergeboren wird aus dem Wasser und dem Heiligen Geist, so kann er in das Reich Gottes nicht eingehen.“   

 

Bedeutet der Tod das Ende, oder ist es nur ein Übergang? Wilhelm von Humboldt äußert sich zu dieser Frage folgendermaßen:
"Der Tod ist kein Abschnitt des Daseins, sondern nur ein Zwischenereignis, ein Übergang aus einer Form des endlichen Wesens in eine andere."

 

Für andere wiederum gibt es kein Sterben, denn "das was ich bin, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde." (Ramana Maharishi)

 

 

 

Es gibt eine Geschichte (die ich hoffentlich richtig wiedergebe), von zwei Freunden die sich versprechen, wer immer von ihnen zuerst stirbt, wird dem anderen mitteilen, wie es nach dem Tod aussieht. Als dann tatsächlich einer von ihnen verstorben ist, fragt sein Freund, und, wie sieht es aus? Die Antwort war ‚total anders‘!

 

 

 

Tsunma Jinpa   17.2.2023

 

 

 

 

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Zusammenfassung - Gut und Böse

 

Ein weites Thema, getragen von den Fragen, gibt es das Böse, oder gibt es das Böse nur in Relation zum Guten (also in der Dualität), ist der Mensch von Natur aus gut, entsteht das Böse durch Ungleichheit und Interessenkonflikten?

 

In unserem Austausch wurde Gut und Böse eher als Konstrukt des menschlichen Geistes gesehen und daher als solches nicht existierend. Was es jedoch gibt ist schädliches und förderliches Handeln und unser Bewusstsein macht es möglich, zwischen den beiden zu unterscheiden. Obwohl auch das nicht immer so einfach ist, denn manchmal führen auch die besten Absichten zu Schaden.
Böse Absichten und schädliches Handeln zielen darauf ab, die andere Person in ihrer Entwicklung zu hindern (bis hin zur Tötung) und/oder sie dem eigenen Willen zu unterwerfen. Hierzu gehört auch die Kraft der Verführung.
Was wäre, wenn es keine Hindernisse und Behinderungen gäbe? Stecken darin vielleicht auch eine Chance zur Bewusstseinsentwicklung und ein Aufruf, unserer Verantwortung gerecht zu werden, unseren freien Willen auszuüben?

 

Kann Böses verändert werden?

 

Wenn Böses entsteht durch das Getrenntsein von Gott, Allah, unserer wahren Natur, dem einen Geist, dann wäre eine Hinwendung, Zuwendung, Rückführung zur Verbundenheit mit Gott und zu unserer wahren Natur, eine Antwort drauf.
Sich nicht abzuwenden, in der Verbundenheit bleiben, auch wenn man dem schädlichen Handeln Einhalt gebieten muss - das wäre förderliches Handeln, das zum Guten führt.

 

 

 

Tsunma Jinpa

 


Impulse:
Das Böse entsteht durch „Trennung der göttlichen Eigenschaften Strenge und Gnade“
(aus dem Judentum)

 

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Das Thema unseres letzten Treffens im Arbeitskreis Interreligiöser Dialog Radolfzell war:

 

Hoffnung – Zuversicht – Vertrauen
Was gibt uns Hoffnung in diesen schwierigen Zeiten und gibt es Texte in unseren religiösen Traditionen, die uns Zuversicht und Vertrauen schenken.

 

In unseren Gesprächen wurde deutlich, dass es sich dabei nicht um blinde Hoffnung, bzw. blindes Vertrauen geht.
Vielmehr handelt es sich um ein Vertrauen, das auf Erfahrung beruht – vielleicht auch durch ein Urvertrauen, oder auch Gottesvertrauen genährt wird – sicher aber auch Selbstvertrauen benötigt. Ein Selbstvertrauen, das Zuversicht gibt – um  ‚trotzdem ja zum Leben sagen‘ (Victor Frankl) zu können.
Als Buddihst:innen nehmen wir Zuflucht zu Buddha,Dharma, Sangha – d.h. wir setzen unser Vertrauen in unseren eigenen Weisheitsgeist, der die gegenseitige Verbundenheit und Abhängigkeit aller Dinge erkennt. Darin liegt auch unsere Hoffnung, heilsam mit den Geschehnissen umgehen zu lernen.  Oder, um einige Sanskrit/Hindi Definitionen aufzugreifen, dass wir mit Zuversicht in die Zukunft ‚hüpfen‘ können.

 

Hoffnung im christlichen Sinne kann auch bedeuten, in Offenheit zu warten („harren“).
Dazu Paulus Röm 8, 24-25...wir sind gerettet auf Hoffnung hin. Die Hoffnung aber, die man sieht, ist nicht Hoffnung; denn wie kann man auf das hoffen, was man sieht? Wenn wir aber auf das hoffen, was wir nicht sehen, so warten wir darauf in Geduld‘.

 

Im Islam würde man Hoffnung, Zuversicht und Vertrauen in der Hingabe zu Allah finden.

 

Zum Abschluss noch zwei Zitate:
Bomben können Material und leider auch Menschen zerstören, Krankheit auch. Aber lasst uns nicht die Liebe in unseren Herzen zerstören, denn das ist unsere einzige Hoffnung (B.H.)

 

 „Hoffnung ist definitiv nicht dasselbe wie Optimismus. Es ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgehen muss wird, sondern die Gewissheit, dass etwas einen Sinn hat, unabhängig davon, wie es ausgeht.“ (Vazclav Havel)

 

Tsunma Jinpa, 23.5.2022

 

 

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Gnade und Verdienst

 

…war unser Thema bei unserem letzten AID (Arbeitskreis Interreligiöser Dialog)Treffen, das leider wieder nur online stattfinden konnte.

 

Ist Gnade etwas, das uns von einer höheren Autorität erwiesen wird, auch ohne unser Zutun, ohne dass wir es uns ‚verdient‘ haben? Eine göttliche Gunst oder Hilfe, die uns aus der Barmherzigkeit Gottes zukommt? Nach Luther: allein aus Gnade , allein aus Glaube und der Schrift.

 

Wir können begnadigt werden – so gab es im AT alle 7 Jahre ein Gnadenjahr, das u.a. eine Entschuldung beinhaltete - oder auch begnadet sein, eine besondere Begabung haben (die uns, wie es scheint, gegeben wurde).

 

Ist Verdienst etwas das ich tue, um etwas anderes, oder einen Anspruch darauf zu erwerben? Oder kann man es wie bei Luther als Vertrauen sehen, dass man wegen der Gnade keine Verdienste mehr erwerben MUSS, so dass man sich frei dem Dienst (am Nächsten) widmen KANN? Dies wäre wohl der wahre Dienst im Verdienst.
Denn auch das Dienen steckt im Verdienst. Es kann als Dienstleistung gesehen werden, die entlohnt wird. Aber auch die Demut ist dem Verdienst verwandt – eine dienende Gesinnung.

 

Diese dienende Gesinnung, die sich in Demut und altruistischen Handlungen äußert, kommt auch dem Verdienst im buddhistischen Sinne nahe. Hier wird es eher als Ansammlung bezeichnet: d.h. positive Ansammlungen durch mitgefühlvolles positives Verhalten, wirkt sich positiv aus, jetzt und in späteren Existenzen.
Man kann sagen, Mitgefühl zu entwickeln, d.h. immer auch an andere zu denken, ist ein Mittel, um sich selbst vom Anhaften an das eigene Ich, an die eigenen Interessen zu denken, zu befreien – und damit Verdienst anzusammeln.

 

Im Tibetischen Buddhismus kommt das Mitgefühl dem Begriff der Gnade am nächsten. Auch wenn es Gebete um das Wohlwollen und Mitgefühl der Buddhas und Bodhisattvas gibt, so ist es jedoch etwas, das man selbst entwickeln soll als Teil des Weges zur Erleuchtung.
Ein anderer Aspekt des Mitgefühls, drückt sich im Segen des Lehrers aus, der uns mit der Übertragungslinie der Lehre bis hin zu Buddha Shakyamuni verbindet. Hier bedarf es der Hingabe (wie es bei Luther des Glaubens bedarf), um diesen Segen zu erhalten. ‚Alles Glück ist der Segen des Lehrers“.

 

Mögen wir ein Segen für alle Wesen sein.

 

Tsunma Jinpa
03.02.2022

 

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Moral und ethisches Verhalten (1.10.21)

 

Unser Treffen endete mit einem kurzen Text aus dem Buch des Dalai Lama ‚Ethik ist wichtiger als Religion‘.
Er sagt: ‚Nach meiner Überzeugung können Menschen zwar ohne Religion auskommen, aber nicht ohne innere Werte, nicht ohne Ethik. Der Unterschied zwischen Ethik und Religion ähnelt dem Unterschied zwischen Wasser und Tee. Ethik und innere Werte, die sich auf einen religiösen Kontext stützen, sind eher wie Wasser. Ohne Wasser kein Leben.
Der Tee, den wir trinken, besteht zum größten Teil aus Wasser, aber er enthält auch noch weitere Zutaten – Teeblätter, Gewürze, vielleicht ein wenig Zucker und – in Tibet jedenfalls – auch eine Prise Salz, und das macht ihn gehaltvoller, nachhaltiger und zu etwas, das wir jeden Tag haben möchten. Aber unabhängig davon, wie der Tee zubereitet wird: Sein Hauptbestandteil ist immer Wasser. Wir können ohne Tee leben, aber nicht ohne Wasser. Und genau so werden wir zwar ohne Religion geboren, aber nicht ohne das Grundbedürfnis nach Mitgefühl – und nicht ohne das Grundbedürfnisnach Wasser.‘

 

Dazu passen gut die Worte von Küng zum Thema Weltethos:
"Immer deutlicher wurde mir in den letzten Jahren, dass die eine Welt, in der wir leben, nur dann eine Chance zum Überleben hat, wenn in ihr nicht länger Räume unterschiedlicher, widersprüchlicher oder gar sich bekämpfender Ethiken existieren. Diese eine Welt braucht ein Ethos; diese eine Weltgesellschaft braucht keine Einheitsreligion und Einheitsideologie, wohl aber einige verbindende und verbindliche Normen, Werte, Ideale und Ziele." - Hans Küng, Projekt Weltethos, Piper 1990

 

Gesagt wurde auch, dass ethisches Verhalten zum einen damit zu tun hat, von unheilsamen Handlungen abzustehen und zum anderen, heilsame Handlungen auszuführen.

 

Während Moral etwas Gesetzliches/Regelhaftes darstellt, das auch kulturbedingt ist und somit Pflichten und Verbote einer Gesellschaft zum Ausdruck bringt, bezieht sich die Ethik eher auf innere Werte, die eine Einstellung/geistige Haltung von Nächstenliebe und Mitgefühl zum Ausdruck bringt und etwas Religions-Kulturübergreifendes hat.
Moral kann daher auch leicht zu einem Instrument der Macht werden, während Ethik eher auf Verantwortung/Selbstverantwortung beruht. Dabei spielt die Motivation aus der heraus wir handeln, eine große Rolle.

 

 

 

Tsunma Jinpa

 

 

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Barmherzigkeit/Mitgefühl/Güte   -    Zusammenfassung

 

Wir scheinen uns einig darüber zu sein, dass wahre Barmherzigkeit altruistisch und authentisch sein muss. Deshalb ist die Motivation von großer Bedeutung. Sie sollte nicht zweckgebunden sein – um in den Himmel zu kommen, Erleuchtung zu erlangen, als guter Mensch angesehen zu werden usw.

 

Weiterhin stellten wir fest, dass sich Barmherzigkeit und Macht nicht vertragen. Aufzugeben sind auch das Rechthaben-wollen, die Bewertung (Abwertung), Beurteilung, das Kritisieren usw.. Dieses Loslassen ist eine Gabe des Herzens – ein Geschenk an unsere Mitmenschen, an unsere Mitwelt, ein Opfer im positiven Sinne.

 

Barmherzigkeit ist nicht etwas Anerzogenes, sondern ist in uns als Potenzial schon vorhanden und kann als Geisteshaltung geübt werden. Wir können diese wohlwollende Haltung immer weiter ausdehnen, von denen die uns nahe stehen, zu allen Wesen – uns selbst immer mit eingeschlossen.

 

Die wichtigste Erkenntnis für mich war, dass wir alle der Barmherzigkeit bedürfen. Das nimmt das Gefälle und das Stigma aus der Barmherzigkeit – wir sitzen alle im gleichen Boot. Und wir müssen lernen, uns

 

ere eigene Unvollkommenheit zu akzeptieren und das unserer Mitmenschen.
Wir können nur existieren durch die Barmherzigkeit, die Güte und das Wohlwollen unserer Mitmenschen, unserer Mitwelt. Es ist ein Akt der Barmherzigkeit, uns gegenseitig zu unterstützen – und zu erkennen, dass wenn man gibt, einem auch gegeben wird.

 

Tsunma Jinpa 14.06.2021